Theaterstück mit Lerneffekt auf der Gelsenkirchener Bühne

"Konferenz der Schulen“

von Anne Bolsmann. Die WAZ berichtete am 17.01.2019

Theaterstück mit Lerneffekt auf der Gelsenkirchener Bühne

Gelsenkirchen-Bismarck. Beim Projekt „Konferenz der Schulen“ trafen im Gelsenkirchener Consol-Theater Berufsschüler aus dem Erziehungsbereich auf Grundschüler.

Aus einer ägyptischen Pyramide wird Schmuck geklaut, aus einer türkischen Bäckerei ein geheimes Baklava-Rezept: Gleich sechs derartige mysteriöse Fälle riefen am Donnerstagmorgen im Consol-Theater die Spürnase „Detektiv Conner“ aufs Programm.
Happy End inbegriffen

Zwölftklässler des Berufskolleg Königstraße spielten hier für Gelsenkirchener Grundschüler Theater. Das Stück „Detektiv Conner und die verlorenen Schätze der Welt“ hatten sie sich gemeinsam mit Consol-Theaterpädagogin Barbara Grubenbecher und Didaktiklehrerin Sandra Werche ausgedacht und erarbeitet. Happy End inklusive.

„Projektorientiertes Arbeiten“, nennt es die Lehrerin, die den angehenden Erzieherinnen und Erziehern nicht nur Fachwissen, sondern auch dessen Umsetzung in der Praxis vermitteln will. „Die Rahmenbedingungen für dieses Theaterstück entstanden durch das Konzept ‘Konferenz der Schulen’, mit dem wir Schülern aus verschiedenen Altersgruppen eine Begegnung ermöglichen wollen“, erklärt Georg Kentrup vom Consol-Theater. Die Gruppen sollen voneinander lernen – so wie bei diesem Theaterprojekt, bei dem die Berufsschüler ihrer möglichen späteren Zielgruppe begegneten, und schon einmal testen konnten, was bei den Kindern ankommt oder nicht.


„Ab dem Sommer wird das Projekt ‘Konferenz der Schulen’ an unserem Haus mit Bundesmitteln gefördert, in diesem Jahrgang hat der Lions-Club Gelsenkirchen-Buer die Begegnung finanziert“, betont Georg Kentrup. Und beiden Seiten hat die Begegnung merklich Spaß gemacht. „Wir waren ja vorab schon sehr aufgeregt – und nachher erleichtert, dass alles so gut geklappt hat“, sagte Lea Kosu (17), die als Detektiv die Hauptrolle spielte. „Vor allem war es toll, hier einmal auf einer richtigen Bühne vor Publikum zu stehen“, fügte „Diebin“ Vanessa Wolf (19) hinzu.
Wilder Tanz auf der Bühne

Die Schüler applaudierten begeistert, als der Detektiv mit seiner Bande die „Verlorenen Schätze der Welt“ wiedergefunden hatte – und auf der Bühne ausgelassen getanzt wurde. „Noch Mal!“, rief da spontan ein Drittklässler – dem Wunsch, das ganze Stück erneut zu spielen, konnten die Darsteller zwar nicht nachkommen, aber zumindest wurde zusammen mit den Grundschülern auf der Bühne noch eine Runde wild getanzt.

„Mir hat das glitzernde Kostüm der Pharaonin am Besten gefallen“, sagte Lina (8) von der Sternschule später. Ihr Mitschülerin Seden (8) nickt, und schob schnell hinterher: „Ich fand’ aber auch das Stück richtig spannend.“ Und Danny (9) fügte hinzu: „Eigentlich war alles toll. Vor allem der Tanz am Schluss.“

Und so gingen nach einer knappen Stunde alle glücklich zurück in den Schulalltag. Auch Theaterpädagogin Barbara Grubenbecher zog eine positive Bilanz: „Den Berufsschülern war es wichtig, das Thema Völkerverständigung spielerisch zu vermitteln. Und aus dieser Idee ist dann ein tolles Stück entstanden.“